Chronik

 

Als Frucht der im 19. Jahrhundert aufkommenden Turnbewegung, geht auch die Gründung des TV "Vater Jahn" Burgstädt am 19. Januar 1897 vom durch Turnvater Friedrich Ludwig Jahn geprägten Zeitgeist zurück. Nach dem TV 1860 und dem TV 1878 entstand so der dritte bürgerliche Sportverein im Städtchen an der Eisenbahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig. Im Mittelpunkt des sportlichen Treibens standen zunächst die Übungen zur Körperkräftigung nach dem "Jahn´schen" Vorbild im Sinne der Deutschen Turnerschaft, deren Symbol, die vier aufeinander gestellten F nach dem Motto "Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei", fand auch im ersten Wappen des TV "Vater Jahn" seinen Platz.

 

Bereits in den 1920er Jahren war die Mitgliederzahl des noch jungen Sportvereins auf über 550 gestiegen. Inzwischen hatte sich auch die Mannschaft formiert, die an Wettkämpfen teilnahm. Nach einige Fusionen und Aufspaltungen kleinerer Fußballmannschaften oder -abteilungen anderer Vereine, spielte der TV "Vater Jahn" Burgstädt infolge der Errungen Bezirksmeisterschaft 1928 am Ende des Jahrzehnts sogar zweimal um den Titel im Freistaat Sachsen. Wohl auch als Resultat der zunehmenden Popularität des Fußballsports in der Weimarer Republik wurde 1926 ein Gelände hinter der Bahnlinie für 26000 Goldmark erworben, das Platz für zwei Fußballerfelder bot. Vier Jahre Bauzeit und die Unterstützung zahlreicher freiwilliger Helfer bedurfte es bis im Juli 1931 das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion an der Stelle des heutigen Burgsädter Stadion unter dem Jubel vom 7000 Besuchern eröffnet werden konnte.

 

Auch die Zeit vor und während des Zweiten Weltkiegs ging nicht spurlos am TV "Vater Jahn" Burgstädt vorbei. Mit der Enteignung des MItte der 1920er Jahre erworbenen Stadiongeländes und dessen zeitweise Nutzung als Fremdarbeiterlager endete gleichfalls der Sportbetrieb im Verein. Diesem traurigen Höhepunkt folgte nach Zerschlagung des Hitlerregimes die Inanspruchnahme des Areals hinter dem Bahndamm durch die russischen Streitkräfte, welche hier ihr Lager aufschlugen. Vollkommen verwüstet und im Prinzip nicht mehr existent musste sowohl für das Stadiongelände als auch den Verein an sich ein neues Kapital aufgeschlagen werden, welches allerdings erst viele Jahre später beginnen sollte. Die Geschichte des TV "Vater Jahn" Burgstädt wurde radikal unterbrochen. Mit dem Ende des Dritten Reichs wurde auch der Verein aufgelöst.

 

 

Erst seit Januar 1991 taucht die Bezeichnung TV "Vater Jahn" wieder in den Unterlagen auf. Nachdem im Dezember des Wendejahres 1990 die Altherrenmannschaft des SV Rot-Weiß Burgstädt, welcher Nachfolgeverein der Fußballmannschaften der BSG Fortschritt Burgstädt sein sollte, infolge einiger Querelen aus diesem austrat, gründeten diese im Raum 20 des Umkleidenhauses im Burgstädter Stadion den TV "Vater Jahn" Burgstädt in Anknüpfung an alte Traditionen.

 

 

Mittlerweile verfügt der TV "Vater Jahn" Burgstädt über eine erfolgreiche Fußballabteilung, eine aufstrebende Volleyballabteilung und ganz im Geiste Turnvater Jahns über eine Turnsportgruppe.

Zeitzeugen gesucht

Auch wenn der TV "Vater Jahn" Burgstädt große Teile des 20. Jahrhundert nicht existierte, gibt es Vorläufer-Vereine, deren Abteilungen später in unserem Verein mündeten. Deshalb sind wir immer auf der Suche nach Zeitzeugen oder Dokumenten, die Interessantes aus Geschichte des Burgstädter Sports zu berichten wissen.

 

Wenn Sie sich angesprochen fühlen und etwas mitzuteilen haben, melden Sie sich bitte unter:

 

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